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MerkzettelGoldschmiedekurs in Südfrankreich

Auszüge aus einem Reisebericht in einer großen Frankfurter Tageszeitung von Tanja K. Eine Woche Goldschmieden in Südfrankreich: Das klingt doch nach Alt-68er-Selbstfindungskurs, nach « du-wir-machen-total-was-mit- den-Händen-irgendwie ».

Während der Zugfahrt denke ich noch, die Sache könnte auch schief gehen. Im Geiste sehe ich schon eine Schar Fußkettchen-behängter Langhaariger, die im Kreis auf einer Wiese sitzen und auspendeln, welcher Edelstein « zu mir will ». Ich bin also auf das Schlimmste vorbereitet und noch in zweifelhafter Stimmung, als ich der Bimmelbahn in Bédarieux entsteige.
Am Bahnhof erwarten mich Petra und Udo, das Wuppertaler Ehepaar, das den Kurs leiten wird. Sie tragen keine Fußkettchen. Die Begrüßung ist herzlich.
Am ersten Tag sitzen wir beim Frühstück im Garten unter Bäumen, Hummeln naschen von Schokoladencroissants, es duftet nach wilden Rosen, Honig und frischem Ziegenkäse.
Udo sagt: „Natürlich sind wir auch zum Arbeiten hier. Aber es geht nicht um Perfektion. Vor allem wollen wir Spaß haben. Und, ganz wichtig: Es darf gepfuscht werden!" Ich atme erleichtert auf. Doch selbst zum Pfuschen muss ja erst mal eine Idee her. Vielleicht mit etwas Einfachem anfangen? Aber was ist überhaupt „einfach" beim Goldschmieden? Die anderen sind zumindest in der Fantasie schon kreativer als ich: Birgit hat einen seegrünen, ovalen Stein mitgebracht, dem noch die Fassung fehlt. Beate hat die Perlenkette ihrer Oma im Gepäck. Die will sie aufdröseln und die Perlen neu verarbeiten. Michael wünscht sich einen Silberring. Udo sagt: „Mach erst mal 'ne Zeichnung." Denn Udo ist Architekt. Wortreich erläutere ich ihm die Skizze, die ich zu Papier bringe.
Udo ist sehr höflich. Er sagt: „Das ist ein guter Ansatz“.
In der schönen Werkstatt nehmen wir Platz auf Hockern, die an Töpferscheibe erinnern. Vor uns liegt ein Tischhalbrund mit Silberstaubauffangbeutel und einem flachen Holzkeil als Arbeitsfläche.
Doch vor dem Körpereinsatz steht erst die Kopfarbeit: Rechnen, Fingerdurchmesser, Winkel, Radius, Silberblechstärke und -länge, all
das will bedacht sein, bevor ich zum ersten Mal ein Sägeblatt einsetzen und loslärmen kann. Sägen, denke ich, Kinderspiel. Aber es dauert eine \\eile, bis ich den Rhythmus gefunden habe. Genau gesagt, dauert es drei Sägeblätter. Dann habe ich den Bogen raus.
Petra und Udo geben Tipps und Ratschläge, aber sie wissen: Für das richtige Erfolgserlebnis muss man Niederlagen einstecken.
Ich entscheide mich für eine Türkis-Kugel, die in der Mitte meines rechteckigen Ringes wie eine Murmel schaukeln soll. Udo hält den runden Stein zwischen zwei Fingern und sagt: „Der mit Nasenfett!" Bitte? „Ja, Nasenfett ist das allerbeste Glanzmittel", sagt Udo und reibt mit einem Finger an seiner Nase kräftig auf und ab, um dann die Kugel sorgfältig zu bestreichen. Und tatsächlich glänzt diese nun in den kräftigsten Türkis-, Blau- und Grünschattierungen. „Siehst du?" sagt er und reicht sie mir zurück. Meine Skepsis weicht Begeisterung: Endlich hat Nasenfett einen tieferen Sinn! Eine von der Natur wohl als solche nicht vorgesehene Edelstein-Politur.
Es folgt eine weitere Lehrstunde: Löten. Das ist so ähnlich wie Klavierspielen: Rechte und linke Hand müssen unterschiedliche Dinge tun. In der einen halte ich den Feuerstrahl, in der anderen eine Art Pinzette mit einem hauchfeinen Streifen Lötblech, während der Fuß auf einer Art Blasebalg wippt, um das Feuer anzuheizen. Das erfordert Koordinationsvermögen, das mich leider überfordert. Ich beheize vorbildlich sowohl die Arbeitsfläche als auch meinen rechten Daumen, aber die beiden Silberblechstücke, die es gilt, unzertrennlich miteinander zu verbinden, purzeln in meinen Schoß. Aua, heiß! Nach einem Säurebad ist mein Silberstück bereit zu Veredelung. Ecken, Kanten und Unebenheiten werden in stundenlanger Feilarbeit in feinen Staub verwandelt, unsere Hände, Arme und Dekolletes glänzen wie bei diesen Schlangenmenschen und Trapezkünstlern im Varieté. Sehr apart.
Derweil hat Udo das Mittagessen vorbereitet, den Tisch im Garten gedeckt und dekoriert. Wir loben die Speisenfolge und begutachten anerkennend die ersten Blasen an unseren Handflächen. „Das gibt prächtige Arbeiterhände“ verkündet Birgitt. Immerhin, denke ich, habe ich dann zu Hause was zum Vorzeigen, sollte es mt dem Pfusch nichts werden.
Aber es wird. Tag für Tag sind wir in kreativ-konzentrierter Aktion, und auf den Tischen liegen die ersten Kunstwerke aus: Beate hat aus Omas Halskette einen Abakus als Kettenanhänger gefertigt, der fortan ihr Decolleté schmückt. Inges Oberarm umschließt ein kupferner Reif mit einem selbst entworfenen, an ein Tattoo erinnernden Ornament. Michael hat zwar zunächst die Fassung verloren, gelangt aber am Ende zu einem prächtigen Silberring, dessen Ausmaße fast einem Armreif gleichkommen. Nach einer Woche platzen wir fast vor Stolz und funkeln wie ein wandelndes Bernsteinzimmer.
Wir reisen zurück in Richtung Heimat mit den Erinnerungen an eine herrliche Woche, mit pfuschfreien Unikaten im Gepäck und auf den Lippen den Satz: „Ja, hab ich selbst gemacht!" Fortan habe ich für die
Damen-Quengelware, die hierzulande in Schmuck-Schaufenstern ausliegt, nur noch Spott übrig: „Pah, kann ich auch!"
Und der begleitende Mann lässt erleichtert seine Geldbörse zurück in die Jackentasche gleiten. 

Der Veranstaltungsort

Objets d'Art, Goldschmieden kulinarisch

Goldschmieden im wunderschönen Süden Frankreichs. In einem schönen Atelier, mit großem wilden Garten und atemberaubendem Blick. Es gibt mindestens 4 Kurse im Jahr, im Frühling und im Sommer. Wenn nicht aufgeführt, einfach anrufen 0202-4296349.

Termine und weitere Informationen


Anbieter

Objets d'Art
Petra Block-Gärtner, Udo Gärtner

Arndtstr. 3
D-42327 Wuppertal
Deutschland

Telefon: +49 - (0)202 - 42 96 349
Telefax: +49 - (0)202 - 42 96 95 00

E-Mail: block-gaertner@arcor.de
www.kreativferien.de


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